Rhein-Main-Styles
Fassadengestaltung von 1000m²
030910-050910
Zwischen Ring-Center und Jacques-Offenbach-Str.
63069 Offenbach am Main
Das Projekt LivingWalls
Graffiti ist bei vielen Menschen verpönt. Es ist Schmiererei und Vandalismus.
Aber nur wenn es sich um Sprühereien auf illegalen Flächen handelt.
An freigegebenen Wänden ist Graffiti im Grunde genau das Gegenteil.
Es wird akzeptiert, sogar bestaunt – es ist eine Art von Öffentlichkeitsarbeit.
Denn Graffitikünstler verschönern nicht nur Lebensräume, sondern sie bringen
Kunst auf die Straße: Streetart eben. Und zwar für jedermann kostenlos.
Normalerweise müssen Kunstinteressierte in Museen Geld dafür bezahlen,
Kunst zu betrachten. Dadurch ist Kunst oft Menschen vorbehalten, die sowohl
das nötige Kleingeld haben, als auch bereit sind, es für Kunst auszugeben.
Mit Graffiti wird einfach die ganze Stadt zum Freilichtmuseum. Sie wird lebendig,
erzählt Geschichten und spiegelt Kreativität wider. Städte beherbergen nicht
länger nur Museen, sie werden selbst zu einem Museum. Durch Graffiti wird Kunst
zu etwas zum Anfassen: Sie entsteht in einer Umgebung mit der sie eins wird.
Diese Kunst wird nicht irgendwo geschaffen und dann irgendwo anders hin
gebracht. Sie entsteht direkt vor Ort – beeinflusst den Ort und wird dadurch
beeinflusst.
Zur Umsetzung des Projektes werden über 50 Graffitikünstler aus dem Rhein-Main-Gebiet
eingeladen um gemeinsam das größte Wandbild Hessens zu gestalten.
Mit der Arbeit im öffentlichen Raum wollen wir aktiv einen Beitrag zur kreativen Gestaltung
des Rhein-Main-Gebietes leisten. Dabei ist es uns besonders wichtig, Künstler aus möglichst vielen Städten
unserer Region an der Wand zu vereinen. Es werden Künstler unter anderem aus
Aschaffenburg, Bad Homburg, Darmstadt, Offenbach, Frankfurt, Hanau und Mainz
erwartet. Wir hoffen mit der Zusammenarbeit Vorurteile abzubauen, Grenzen einzureißen
und die kulturelle Vielfalt innerhalb des Rhein-Main-Gebietes zu verstärken.
Umgestaltung der Kaiserleibrücke
031009-041009
Kaiserleistraße
63067 Offenbach am Main
Das Projekt LivingWalls
Das Konzept „Living Walls“ bringt das Thema „Kunst zum Anfassen“ an die Wände Offenbachs. Zur Umsetzung des Projektes werden verschiedene Graffitikünstler eingeladen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt und aufgefordert sich mit dem Thema „Analog meets digital“ auseinander zu setzen. Wobei eine Gruppe nur das Thema „analog“ und die andere das Pendant „digital“ visualisiert. Die zwei Themen schließen sich auf den ersten Blick scheinbar aus. Denn digital steht beispielsweise in der Fotografie, Kunst oder Musik für Fortschritt, Schnelllebigkeit und Neues, wobei der Begriff analog eher für Tradition, Bekanntes und Vertrautes spricht. Mit diesen zwei scheinbar gegensätzlichen Welten beschäftigen sich die Künstler an der vorgesehenen Fläche. Es werden zwei komplett unterschiedliche Bilder entstehen. Doch trotz der scheinbar gegensätzlichen Themen werden sie sich miteinander vermischen. Trotzdem das eine ohne das andere sein kann, werden sie an der Fläche zu einer Einheit. Denn die Künstler werden in die eigene Interpretation ihres Themas auch die Auslegung der anderen Sprüher in ihre Arbeit einfließen lassen. Dabei macht jeder einzelne Künstler das, was er am besten kann: einen Charakter, einen Style oder Fotorealismus. Es entsteht ein Gesamtkunstwerk, das harmonisiert. Vergleichbar mit einer Symphonie: jeder spielt ein anderes Instrument und der Dirigent, in dem Fall das Thema, bringt sie zusammen und in Einklang.
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